Heute ist der 26.06.2026 und die Wellen im Kryptomarkt schlagen hoch. Ab dem 1. Juli 2026 endet die Übergangsphase der Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCA) in der EU. Ein Datum, das für viele Unternehmen im Krypto-Sektor wie ein Damoklesschwert schwebt. Wer keine Zulassung hat, darf keine europäischen Kunden mehr bedienen oder muss sein Geschäft einstellen. Das ist ein echter Hammer!

MiCA bringt nicht nur Eigenkapitalanforderungen mit sich, sondern auch Regeln zur Unternehmensführung, zum Schutz von Kundengeldern und zur Geldwäscheprävention. Es ist ein umfassendes Regelwerk, das die nationalen Vorschriften der 27 EU-Mitgliedstaaten ersetzt. Eine Lizenz in einem EU-Land öffnet die Tür zum gesamten Binnenmarkt – ein echter Vorteil für Firmen wie Coinbase, die in Irland, oder Kraken, die sowohl in Irland als auch in Luxemburg zugelassen sind.

Die Sorgen um Tether

Und dann ist da noch Tether, das mit einer Marktkapitalisierung von 187 Milliarden Dollar an der Spitze der Stablecoins thront. Doch das Blatt könnte sich wenden. Tether lehnt die MiCA-Vorschriften ab, da Europa nicht der Hauptmarkt sei – ganz zu schweigen von den Datenschutzbedenken, die im Raum stehen. Die Konsequenz? Viele Krypto-Plattformen haben den Handel mit Tether heruntergefahren, und Nutzer springen zu anderen Stablecoins über. Schätzungen zufolge könnten bis zum Stichtag über 17 Milliarden Dollar in Tether von regulierten Börsen delistet werden. Das zieht natürlich die Augenbrauen hoch.

Immerhin gibt es Hoffnung für den Dollar-Stablecoin USDC von Circle, der mit einer Marktkapitalisierung von 74 Milliarden Dollar und einer MiCA-Lizenz glänzt. Damit könnte USDC als der große Gewinner aus dieser Regulierung hervorgehen. Währenddessen haben bereits rund 210 Krypto-Dienstleister in Europa eine Vollzulassung erhalten – von über 1200 Anbietern mit nationalen Registrierungen. Eine beachtliche Zahl, wenn man bedenkt, dass vier Fünftel der bisherigen Anbieter kurz vor Ablauf der Frist ohne Lizenz dastehen.

Die Lage der Anbieter

Einige Anbieter kämpfen jedoch um ihre Existenz. Binance steht beispielsweise vor dem Verlust der Erlaubnis, EU-Kunden zu bedienen. Ihr Lizenzantrag in Griechenland scheint kurz vor der Ablehnung zu stehen – ein Dilemma, das sie nicht ignorieren können. Interessanterweise hat Binance den Antrag bei der griechischen Marktaufsicht zurückgezogen und bleibt optimistisch bezüglich einer zukünftigen Lizenz. Aber wie lange kann das gutgehen?

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Auf der anderen Seite haben Unternehmen wie Bitcoin Suisse, das kurz vor der Deadline eine MiCA-Lizenz von der liechtensteinischen Finanzmarktaufsicht erhalten hat, den Wind in den Segeln. Bitcoin Suisse expandiert nach Europa und hat sich bereits nach dem liechtensteinischen Token- und VT-Dienstleister-Gesetz registriert. Der Markt verändert sich rasant, und wer nicht schnell genug reagiert, könnte schnell abgehängt werden.

Regelungen und deren Auswirkungen

Die MiCA-Regulierung hat klare Ziele: Verbraucherschutz, Rechtssicherheit, Finanzstabilität und Innovationsförderung. Kryptobörsen müssen eine EU-Lizenz besitzen und die Assets der Nutzer sicher verwahren. Bei Transfers über 1.000 Euro zwischen privaten Wallets und Börsen sind zusätzliche Nachweise erforderlich, was die Sache komplizierter macht. Eine Regel, die die sogenannte Travel Rule mit sich bringt. Bei Transfers unter 1.000 Euro ist das nicht nötig, aber darüber muss ein Proof-of-Ownership vorgelegt werden. Das könnte für viele Nutzer eine echte Hürde darstellen.

USDT hat keine MiCA-Konformität beantragt und wurde von regulierten EU-Börsen delisted. Nutzer können zwar weiterhin halten und zwischen Wallets transferieren, aber der Handel auf regulierten Börsen? Fehlanzeige! Die MiCA-konformen Stablecoins, wie USDC, sind hingegen auf regulierten Börsen wie Bitpanda, Kraken und Bitvavo verfügbar und könnten den Krypto-Markt in Europa neu ordnen.