Die Diskussion um Stablecoins im Vereinigten Königreich nimmt Fahrt auf. In einem aufschlussreichen Interview mit der Financial Times teilte Sarah Breeden, die stellvertretende Gouverneurin der Bank of England (BoE), ihre Gedanken zu den aktuellen Obergrenzen für den Besitz von Stablecoins. Laut Breeden könnten diese Grenzen als „übermäßig konservativ“ wahrgenommen werden. Das ist schon ein starkes Wort, wenn man bedenkt, dass die BoE plant, die Mindestreservepflicht von 40 % für Zentralbanken zu senken – eine Regel, die im Vergleich zu den US-Vorschriften strenger ist. Das hat natürlich auch direkte Auswirkungen auf die Rentabilität britischer Stablecoins.
Breeden ließ durchblicken, dass die BoE keine Eile verspürt, die Zinsen im Juni oder Juli 2026 anzuheben, obwohl die Märkte bereits zwei bis drei Zinserhöhungen dieses Jahr einpreisen. Ein wenig verwirrend, oder? Gleichzeitig wird intensiv darüber nachgedacht, wie man Risiken im Zusammenhang mit Stablecoins besser managen kann. Diese digitalen Token, die im Verhältnis 1:1 an Fiat-Währungen wie den US-Dollar gekoppelt sind, machen in Großbritannien allerdings weniger als 0,5 % des globalen Marktes aus, der über 320 Milliarden US-Dollar wert ist.
Regulierung von Stablecoins: Herausforderungen und Chancen
Ein zentraler Punkt in Breeden’s Ausführungen sind die vorgeschlagenen Obergrenzen für den individuellen Besitz von auf britischen Pfund basierenden Stablecoins – diese liegen bei 20.000 Pfund für Privatpersonen und 10 Millionen Pfund für Unternehmen. Branchenverbände haben diese Regelungen als operativ „umständlich“ bezeichnet, was die Frage aufwirft: Wie will man in einem dynamischen Markt wie diesem Schritt halten? Breeden betonte jedoch, dass die BoE offen für alternative Ansätze ist, um ihre Ziele zu erreichen. Das klingt fast so, als würde man auf einen neuen Weg hoffen, ohne die alten Pfade komplett zu verlassen.
Ein weiterer Aspekt, der nicht unerwähnt bleiben sollte, ist die Anforderung, dass mindestens 40 % der Vermögenswerte, die einen britischen Stablecoin absichern, als Einlage bei der Zentralbank gehalten werden müssen. Der Rest soll in Staatsanleihen und anderen liquiden Vermögenswerten investiert werden. Das ist nicht nur strenger als die Vorschriften in den USA, sondern könnte auch die Rentabilität britischer Stablecoins weiter belasten. Diese 40 % basieren auf den Erfahrungen mit Liquiditätsengpässen, die während des Zusammenbruchs der Silicon Valley Bank im Jahr 2023 beobachtet wurden.
Die Vision der Bank of England
Die BoE hat sich ganz klar das Ziel gesetzt, das Vertrauen der Öffentlichkeit in neue Geldformen, einschließlich Stablecoins, zu fördern. Das klingt fast wie eine Mission: die gute Sache des britischen Volkes zu unterstützen, indem man monetäre und finanzielle Stabilität aufrechterhält. Ein zukunftsorientierter regulatorischer Rahmen wird angestrebt, der sich auf reale Zahlungen und Abwicklungen konzentriert. Breeden betont, dass regulierte Stablecoins das Potenzial für schnellere und günstigere Zahlungen bieten könnten – sowohl im Einzelhandel als auch im Großhandel.
Die BoE plant auch, ein „Multi-Money-System“ zu schaffen, in dem Stablecoins mit kommerziellen Bankgeldern und Zentralbankgeldern koexistieren. Das klingt nach einer spannenden Entwicklung, die nicht nur die Finanzlandschaft in Großbritannien, sondern auch den internationalen Wettbewerb um digitale Vermögenswerte beeinflussen könnte. Ein gewisser Druck lastet auf der BoE, nicht zuletzt durch den Bilanzabbau, der ein Anleiheportfolio im Wert von 525 Milliarden Pfund umfasst. Man könnte sagen, das ist ein ganz schöner Brocken!
Die Bank hat bereits mit der Konsultation begonnen und umfangreiche Gespräche mit Branchenvertretern geführt. Feedback wird bis zum 10. Februar 2026 eingeholt, und das wird sicherlich für die Gestaltung der endgültigen Regeln von Bedeutung sein. Ein wichtiges Element dabei ist die Unterscheidung zwischen systemischen und nicht-systemischen Stablecoins – eine differenzierte Betrachtung, die helfen könnte, die Risiken für die finanzielle Stabilität besser zu verstehen.
Was bleibt, ist die Frage, wie sich diese Entwicklungen auf den gesamten Markt auswirken werden. Es ist spannend zu beobachten, wie die BoE versuchen wird, ein Gleichgewicht zwischen Innovation und Sicherheit zu finden. Mit der richtigen Strategie könnte Großbritannien vielleicht seinen Platz im globalen Wettbewerb um digitale Vermögenswerte festigen oder sogar ausbauen. Es bleibt abzuwarten, wie sich alles entwickeln wird – die Diskussion hat gerade erst begonnen!