Stabilität im Chaos: Die Zukunft der Stablecoins zwischen Regulierung und Innovation
Heute ist der 19.07.2026 und die Welt der Stablecoins ist, um es vorsichtig auszudrücken, in einem Spannungsfeld zwischen Aufbruch und Stillstand gefangen. Ein Jahr nach dem Start der Regulierung dieser digitalen Währungen zeigt sich, dass die Vorschriften noch lange nicht ausgereift sind. Ji Hun Kim, der CEO des Crypto Council for Innovation, hat die Verabschiedung eines neuen Gesetzesentwurfs als „wegweisenden Moment“ bezeichnet – und das ist sie auch, wenn man bedenkt, dass Stablecoins rasant auf dem Weg zur Mainstream-Adoption sind. Aber wie das oft der Fall ist, gibt es einige Hürden, die noch genommen werden müssen.
Die verschiedenen Aufsichtsbehörden haben zwar Entwürfe zur Governance und Regulierung von Stablecoins vorgelegt, doch die Frage bleibt, ob und wann diese tatsächlich in Kraft treten. Ein Vorschlag sieht vor, dass Stablecoin-Emittenten ähnliche Know-Your-Customer-Prüfungen durchführen müssen wie traditionelle Finanzunternehmen. Das allein könnte in der Branche für ziemlich viel Bewegung sorgen. Die FDIC, also die Federal Deposit Insurance Corporation, hat 144 Fragen veröffentlicht, die sich mit der Überwachung von Stablecoin-Emittenten befassen. Da geht es um alles – von Verwahrung und Kapitalanforderungen bis hin zu Liquiditätsstandards.
Der GENIUS Act und seine Herausforderungen
Und dann ist da noch der GENIUS Act – ein Gesetz, das ein umfangreiches Regime für Payment-Stablecoins festlegt. Präsident Donald Trump hat es am 18. Juli 2025 unterzeichnet, aber die endgültigen Vorschriften, die zur Umsetzung des föderalen Stablecoin-Rahmenwerks erforderlich sind, stehen noch aus. Wie das oft so ist, haben die US-Aufsichtsbehörden die Regelsetzungsfrist vom 18. Juli verpasst. Das lässt uns alle ein wenig ratlos zurück, denn weniger als sechs Monate vor dem geplanten Inkrafttreten sind viele zentrale Regelwerke noch unvollständig.
Die betroffenen Behörden – darunter das Finanzministerium, die OCC und die FDIC – haben zwar einige Vorschläge veröffentlicht, die Lizenzierung, Reserven, Liquidität und Risikomanagement betreffen, aber die Unsicherheit über die endgültigen Anforderungen bleibt. Das könnte nicht nur Banken und Kreditgenossenschaften betreffen, sondern auch Börsen und Zahlungsdienstleister in eine unangenehme Lage bringen. Komischerweise hat die NCUA ihre Vorschläge noch einen Tag vor der gesetzlichen Frist kommentieren lassen – das klingt fast wie ein Wettlauf gegen die Zeit.
Die Auswirkungen auf die Branche
Dennoch: Die Branche arbeitet unermüdlich an der Durchsetzung des Digital Asset Market Clarity Act. Es bleibt spannend, ob die Regulierungen tatsächlich in den nächsten Monaten finalisiert werden. Es gibt einen Zeitplan für die Veröffentlichung des Gesetzentwurfs, aber der hat sich ständig geändert. Senatorinnen Cynthia Lummis und Bernie Moreno haben Trump über den Entwurf informiert, aber eine öffentliche Zusammenfassung blieb aus – das schürt nur noch mehr Spekulationen.
Was bedeutet das alles für die Stablecoin-Emittenten? Die verpasste Frist erhöht das Ausführungsrisiko und könnte die Anpassungszeit für Emittenten verringern. Das Gesetz schreibt vor, dass Emittenten Reserven im Verhältnis eins zu eins in zulässigen liquiden Vermögenswerten halten müssen. Doch die offenen Fragen zur Zulässigkeit von Reservevermögen und zur bundesstaatlichen Aufsicht bleiben bestehen. New York hat bereits ein eigenes Rahmenwerk vorgeschlagen, das an den GENIUS Act angelehnt ist. Ob das die Unsicherheit verringern kann, bleibt abzuwarten.
Die Welt der Stablecoins bleibt also ein faszinierendes, aber auch herausforderndes Terrain. Klar ist: Die Entwicklungen in den nächsten Monaten werden entscheidend sein. Wir dürfen gespannt sein, wie sich die regulatorischen Rahmenbedingungen weiterentwickeln und welche Auswirkungen sie auf die Branche haben werden. Ob die Stablecoins tatsächlich ihren Platz im Mainstream finden, wird letztlich von diesen Regelungen abhängen.
