Heute ist der 1.05.2026 und der US-Senat hat in einer einstimmigen Entscheidung ein klares Signal gesetzt: Der Handel auf Prediction Markets wie Kalshi und Polymarket ist für Senatoren und deren Mitarbeiter ab sofort untersagt. Diese Maßnahme tritt sofort in Kraft und benötigt keine Unterschrift des Präsidenten. Die Resolution, eingebracht von Senator Bernie Moreno (R-Ohio) und später auf Senatsmitarbeiter erweitert von Senator Alex Padilla (D-Kalifornien), zielt darauf ab, der Verbreitung von Insider-Trading und den damit verbundenen Skandalen einen Riegel vorzuschieben.
Ein zentraler Auslöser für dieses Verbot war der Fall von Master Sgt. Gannon Ken Van Dyke, einem Angehörigen der U.S. Army Special Forces, der beschuldigt wird, mit Insiderwissen über militärische Operationen und politische Ereignisse gewettet zu haben. Van Dyke eröffnete im Dezember 2025 ein Konto bei Polymarket und setzte dabei über 33.000 USD auf Venezuela-bezogene Märkte. Sein größter Einzeleinsatz betrug über 32.500 USD auf die Wette „Maduro verlässt Amt bis 31. Januar“, was ihm einen Gewinn von über 400.000 USD einbrachte. Das US-Justizministerium hat gegen ihn fünf Anklagepunkte erhoben, darunter Verstöße gegen den Commodity Exchange Act und Wire Fraud, die mit bis zu 60 Jahren Haft bestraft werden können. Am 28. April plädierte Van Dyke auf „nicht schuldig“.
Politische Reaktionen und weitere Maßnahmen
Die Enthüllungen rund um Van Dyke und die präzisen Wetten auf wichtige politische Ereignisse, wie den US-Iran-Waffenstillstand, haben die Diskussion um die Regulierung von Prediction Markets neu entfacht. Kalshi, ein von der CFTC zugelassener Designated Contract Market, hat bereits am 22. April 2026 einen US-Senatskandidaten und zwei Kandidaten für das Repräsentantenhaus wegen Insider-Trading suspendiert. CEO Tarek Mansour von Kalshi begrüßte die Senatsresolution und betonte die Notwendigkeit, Kongressmitglieder proaktiv auszuschließen.
Zusätzlich wurde am 5. März 2026 der „End Prediction Market Corruption Act“ (S. 4017) eingebracht, der eine umfassende Regelung vorsieht, die Präsidenten, Vizepräsidenten und Kongressmitglieder vom Handel auf diesen Märkten ausschließt. Auch der PREDICT Act im Repräsentantenhaus zielt darauf ab, Regierungsbeamten den Handel zu verbieten, wenn sie über Insiderinformationen verfügen. Dies zeigt, dass der Druck auf die Regulierung von Prediction Markets zunimmt.
Die Rolle von Polymarket und das zukünftige Umfeld
Polymarket, das auf einer Kryptowährungsbasis operiert, hat in der Vergangenheit bereits rechtliche Probleme gehabt. 2022 wurde das Unternehmen mit einer Geldstrafe von 1,4 Millionen USD belegt, weil es US-Nutzern ohne Registrierung den Zugang erlaubte. Die aktuellen Vorfälle könnten das Vertrauen in solche Plattformen weiter erschüttern und die Notwendigkeit einer klaren Regulierung unterstreichen. Besonders angesichts der Tatsache, dass Donald Trump Jr. sowohl Polymarket als auch Kalshi berät und die Plattform Truth Social einen eigenen Prediction Market namens „Truth Predict“ lanciert hat, wird die politische Dimension des Themas umso deutlicher.
In Anbetracht dieser Entwicklungen lässt sich feststellen, dass die Regulierung von Prediction Markets nicht nur ein dringendes Thema innerhalb der USA ist, sondern auch international Beachtung finden wird. Der Umgang mit Insiderinformationen und die Integrität der Märkte stehen auf dem Spiel. Die Senatsresolution ist ein erster Schritt, doch es bleibt abzuwarten, wie effektiv diese Maßnahmen in der Praxis sein werden und ob weitere Schritte folgen werden, um die Integrität der Finanzmärkte zu wahren.