Die Welt der Krypto-Assets ist ein spannendes, aber auch herausforderndes Terrain, besonders für Compliance-Officer, Rechtsabteilungen und Risikomanager im Finanzsektor. Das Buch „Krypto-Asset Compliance“ von Timo Purkott und Barbara Scheben bietet hier eine wertvolle Orientierung. Die beiden KPMG-Partner nehmen die Leser an die Hand und führen sie durch den komplexen rechtlichen Rahmen, der für Krypto-Assets gilt. Man könnte sagen, sie entschlüsseln die Rechtswelt, die sich ständig im Wandel befindet und oft mehr Fragen als Antworten bereithält.

Krypto-Assets sind mittlerweile ein relevantes Thema in vielen Organisationen. Die Autoren beleuchten die praktischen Anwendbarkeit der regulatorischen Rahmenbedingungen und erklären die technischen Grundlagen von Blockchain, Smart Contracts und Decentralized Finance. Sie unterscheiden zwischen Payment-, Security- und Utility-Tokens und thematisieren die regulatorische Zersplitterung, die in Deutschland, Europa und weltweit zu beobachten ist. Das Buch bietet eine strukturierte Analyse anstelle von einfachen Antworten und beleuchtet auch die Herausforderungen bei der Geldwäscheprävention und der Terrorismusfinanzierung.

Die Realität der Verdachtsmeldungen

Die Realität ist jedoch oft komplexer, als es auf dem Papier aussieht. 2024 etwa erreichte die Zahl der Verdachtsmeldungen zu Kryptowerten einen neuen Höchststand mit rund 8.700 Meldungen. Vor allem Banken und Zahlungsdienstleister übermitteln zunehmend Meldungen mit Kryptobezug. Ein Beispiel aus der Praxis zeigt, wie ein Kunde eines Kreditinstituts aufgrund eines internationalen Krypto-Netzwerks, das 44 Bankkonten und 8 Krypto-Wallets umfasste, in den Fokus geraten ist. Solche verschachtelten und komplexen Transaktionen sind typisch für Geldwäsche mit digitalen Assets und stellen Compliance-Teams vor enorme Herausforderungen.

Die Identifizierung der wirtschaftlich Berechtigten wird durch die technische Struktur der Blockchain erschwert, und die Nachverfolgung der Geldströme erfordert spezialisierte Blockchain-Analysetools. Das Geldwäschegesetz (GwG) hat klare Anforderungen, wie die Identifizierungspflicht oder die Verdachtsmeldepflicht bei ungewöhnlichen Aktivitäten, die für Krypto-Transaktionen gelten. Die MiCA-Verordnung bringt zudem einheitliche Regeln für Krypto-Dienstleister in der EU mit sich, die eine Lizenzpflicht für Wallet-Provider und Börsen einführt und erweiterte Sorgfaltspflichten bei grenzüberschreitenden Transaktionen festlegt.

Technologische Herausforderungen und Compliance

Die Herausforderungen der Kryptoregulierung sind vielfältig. Pseudonymität und Dezentralität erschweren die Zuordnung von Wallets zu Personen. Das bedeutet, dass Compliance-Verantwortliche nicht nur mit den neuen Vorschriften klarkommen müssen, sondern auch die technischen Tools und das nötige Know-how haben sollten, um digitale Geldflüsse effektiv zu überwachen. In einem sich rasant wandelnden Umfeld, in dem sogar die Aufsichtsbehörden den Fokus auf Risiken aus dem Transfer- und Verwahrgeschäft mit Kryptowerten legen, ist das keine leichte Aufgabe.

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Die Zahl der gemeldeten Verdachtsfälle insgesamt ist zwar gesunken, was auf gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Meldesystematik zurückzuführen ist, doch die Krypto-Verdachtsmeldungen nehmen immer mehr Raum ein. Laut dem Jahresbericht der Financial Intelligence Unit (FIU) des deutschen Zolls machen diese rund 3,3 Prozent aller Verdachtsmeldungen aus. Ein Beispiel aus dem FIU-Bericht illustriert, wie Investorengelder grenzüberschreitend über Wallets und Krypto-Börsen verschoben wurden, oft unter Verwendung fingierter Identitäten. Solche Fälle verdeutlichen, wie wichtig es für alle Institute ist, sich auf die neuen Herausforderungen einzustellen.

In der Welt von Krypto-Assets gibt es also viel zu beachten. Das Buch von Purkott und Scheben ist dabei ein nützliches Werkzeug, um die rechtlichen Rahmenbedingungen besser zu verstehen und sich auf die kommenden Herausforderungen vorzubereiten. Und ganz ehrlich, in dieser dynamischen und teils chaotischen Welt der Krypto-Compliance darf man sich nicht scheuen, auch mal einen Schritt zurückzutreten und die Dinge aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Denn es bleibt spannend – sowohl auf den Märkten als auch in den rechtlichen Rahmenbedingungen!