Heute ist der 6.05.2026 und wir leben in einer Zeit, in der die Strömungen der Technologie unsere Finanzlandschaft auf den Kopf stellen. Künstliche Intelligenz – ein Begriff, der mittlerweile fast jeder schon gehört hat. Doch was bedeutet dieser Aufstieg für Big Tech und insbesondere für Bitcoin? Das ist eine spannende Frage, die Makrostratege Jordi Visser aufwirft. Er sieht nicht nur sinkende Margen im Softwaresektor, sondern prognostiziert auch ein günstiges Umfeld für die digitale Währung.

Visser, der früher Chief Investment Officer bei Weiss Multi-Strategy Advisers war und nun bei 22V arbeitet, betrachtet die aktuelle Berichtssaison im Tech-Sektor mit einem kritischen Blick. Die Zahlen fallen ernüchternd aus, und das hat Auswirkungen auf die gesamte Branche. Unternehmen wie Salesforce, ServiceNow und IBM sind nicht mehr die strahlenden Stars der Softwarewelt. Stattdessen scheinen KI-Agenten das Geschäft zu revolutionieren und setzen damit die traditionellen Margenmodelle unter Druck. Es ist ein bisschen wie ein schleichender Prozess – der Druck wächst, und die Unternehmen müssen sich anpassen oder riskieren, unterzugehen.

Bitcoin als sicherer Hafen?

Inmitten dieser Unsicherheiten zeigt Bitcoin seine Zähne. Visser argumentiert, dass angesichts der schwachen Konjunktur in den USA und der steigenden Inflation Bitcoin eine attraktive Anlageoption darstellt. Negative Realzinsen, die dazu führen, dass Erspartes an Kaufkraft verliert, machen die Kryptowährung für viele Anleger interessant. Es ist fast so, als ob Bitcoin sich als das neue Gold positioniert – ein Asset, das auf Knappheit basiert und nicht auf den launischen Wellen der technologischen Innovation. Die Teuerungsrate könnte über vier Prozent klettern, während die kurzfristigen Zinsen darunter bleiben. Das bedeutet, dass viele Investoren nach Alternativen Ausschau halten müssen.

Die Performance des Software-ETFs IGV zeigt, dass krypto-nahe Titel und Bitcoin-Miner in der letzten Zeit an Bedeutung gewonnen haben. Aber ist das wirklich eine nachhaltige Entwicklung? Visser sieht die Prognostizierbarkeit der Branche in Frage gestellt, was die Grundlagen klassischer Bewertungen ins Wanken bringt. Es ist, als würde man ein Haus bauen, während der Boden unter einem wegsackt. Ein instabiles Fundament kann niemandem gefallen.

Ein Blick auf die Halbleiterbranche

Der Fokus in der Halbleiterbranche hat sich ebenfalls verschoben. Von Grafikchips hin zu Speicher und Prozessoren. Unternehmen setzen vermehrt auf eigene Infrastruktur, um die Kontrolle über ihre Daten zu behalten – ein spannender Trend, der zeigt, dass Sicherheit und Kontrolle in der heutigen Zeit oberste Priorität haben. Nvidia, Broadcom und Micron sind die großen Akteure im S&P 500, die von diesem Wandel profitieren. Und während die Softwarewerte ins Straucheln geraten, wird Bitcoin in diese Logik der Knappheit eingeordnet. Es ist ein bisschen wie das alte Sprichwort: „In der Not frisst der Teufel Fliegen.“

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Jedoch ist Vissers Argumentation, so schlüssig sie auch scheint, nicht vollständig. Bitcoin generiert keine Cashflows und zeigt oft ein Verhalten, das stark von Liquidität beeinflusst ist – ähnlich wie Tech-Aktien. Es bleibt abzuwarten, ob die Schlussfolgerungen über das Ende des Software-Booms und dauerhaft hohe Inflation wirklich so klar belegbar sind. Ein wenig Skepsis ist hier angebracht, oder? Die Märkte sind oft unberechenbar, und was heute gilt, kann morgen schon wieder anders sein.

In dieser Zeit der Veränderungen in der Technologie und den Kapitalmärkten müssen Anleger wachsam sein. Bitcoin könnte in den kommenden Monaten mehr als nur ein spekulatives Asset darstellen. Die Frage bleibt: Ist es der sichere Hafen, den viele hoffen, oder nur ein weiteres Spielzeug der Wall Street? Nur die Zeit wird es zeigen.