Wolfgang Grupp, der ehemalige Chef von Trigema, hat sich mal wieder zu Wort gemeldet. Und wie! In einem aktuellen Interview hebt er hervor, dass Unternehmer nicht auf die Politik warten sollten. Das Warten auf politische Unterstützung kann, so Grupp, schnell zu finanziellen Schwierigkeiten führen. In Krisenzeiten, die wir ja alle irgendwie spüren, ist es entscheidend, dass die Unternehmer ihre Probleme selbst in die Hand nehmen. Bei Trigema merkt man derzeit die Konsumflaute – die Verkaufszahlen gehen zurück. Um dem entgegenzuwirken, verfolgt das Unternehmen die Strategie, auch in diesen schwachen Phasen voll zu produzieren. Warum? Weil das Aufbauen von Lagerbeständen für die besseren Zeiten eine kluge Taktik ist.
„Wenn wir die Produktion jetzt zurückfahren, laufen die Fixkosten weiter und wir haben nichts auf Lager“, verdeutlicht Grupp. Ein kluger Kopf, der weiß, dass Trigema seit 55 Jahren immer in voller Produktion war. Das hat den Mitarbeitern geholfen, Krisen nicht so stark zu spüren. Im Gespräch warnt Grupp auch vor Übermut in den Boomphasen und empfiehlt: „Baut in guten Zeiten keine übermäßigen Kapazitäten auf!“ Ein weiser Rat, wenn man bedenkt, dass der Markt immer unberechenbarer wird.
Kritik an der Unternehmensstruktur
Besonders kritisch sieht Grupp die Unternehmensstrukturen in Deutschland. Die Neugründung als GmbH, die in der Praxis häufig zu einer einfachen Insolvenz führt, ist für ihn ein großes Problem. Hier fordert er steuerliche Entlastungen für voll haftende Unternehmer. Damit möchte er verantwortungsvollere Entscheidungen fördern. Es ist ein klarer Aufruf an die Politik, dass es Zeit wird, die Rahmenbedingungen für Unternehmer zu verbessern. Schließlich sind es die Unternehmer, die in schwierigen Zeiten die Wirtschaft am Laufen halten – nicht die Politiker.
Ein Blick auf die allgemeine Wirtschaftslage zeigt: Krisenmanagement ist für viele mittelständische Unternehmen unerlässlich. Lieferengpässe, Umsatzrückgänge, Fachkräftemangel und Liquiditätsprobleme gehören zum Alltag. Daher ist es wichtig, strukturierte und analytische Führungsprozesse zu etablieren, um gestärkt aus Krisen hervorzugehen. Denn Krisen können jederzeit zuschlagen und den Betrieb bedrohen – das weiß jeder Unternehmer nur zu gut.
Krisenmanagement als Schlüssel zum Erfolg
Krisenmanagement umfasst alle koordinierten Maßnahmen zur Erkennung, Bewertung und Bewältigung von Bedrohungen für die Existenz eines Unternehmens. Es geht darum, frühzeitig zu erkennen, statt überrascht zu werden. Klare Strukturen, Entscheidungen und eine transparente Kommunikation sind dabei entscheidend. Wenn man sich die letzten Jahre ansieht, wird klar: Die Digitalisierung und volatile Märkte haben die Häufigkeit und Unvorhersehbarkeit von Krisen verstärkt. Daher ist es wichtig, die Handlungsfähigkeit zu sichern und Risiken zu minimieren.
Die Rolle der Führungskraft ist essenziell. Sie muss Stabilität und Orientierung bieten. Und wenn wir ehrlich sind, das ist nicht immer einfach – gerade in unruhigen Zeiten. Ein professionelles Krisenmanagement erfordert proaktive Führung und die Einbindung des Teams. Das Ziel? Zukunftssicherung. Die fünf Schritte für den Weg aus der Krise sind klar: Transparenz schaffen, Prioritäten setzen, ein Krisenteam aufstellen, Maßnahmen umsetzen und letztlich stabilisieren.
In der heutigen Zeit, in der Krisen immer wahrscheinlicher werden, ist es umso wichtiger, vorbereitet zu sein. Und wie Grupp richtig sagt: Auf die Politik warten ist keine Lösung. Unternehmer müssen selbst aktiv werden. Sonst wird das mit der Eigenverantwortung nichts – und das kann schnell zu einer pleite führen.