Die Situation im Gazastreifen ist alles andere als rosig. Laut Ärzte ohne Grenzen (MSF) hat sich die Lage in den letzten Jahren dramatisch verschärft. Die Hilfsorganisation wirft Israel vor, gezielt überlebenswichtige Güter zurückzuhalten, was zu einer katastrophalen Unterernährungskrise führt. Besonders hart trifft es die verletzlichsten Teile der Bevölkerung: Kinder, Schwangere und stillende Frauen. Wenn man sich vor Augen führt, dass vor dem Ausbruch des aktuellen Konflikts im Oktober 2023 Mangelernährung im Gazastreifen nahezu nicht existent war, wird das Ausmaß der Tragödie umso klarer.

Die Vorwürfe basieren auf einer gründlichen Untersuchung in vier Gesundheitseinrichtungen, die von MSF zwischen Ende 2024 und Anfang 2026 unterstützt wurden. Dabei wurden alarmierende Entwicklungen dokumentiert: Ein Anstieg der Frühgeburten, steigende Sterblichkeit unter Neugeborenen und eine hohe Anzahl an Fehlgeburten. Die israelische Blockade und die Angriffe auf zivile Infrastruktur haben den Zugang zu Nahrungsmitteln und medizinischer Versorgung stark eingeschränkt. Und das, obwohl die humanitäre Hilfe dringend benötigt wird. MSF fordert Israel auf, Hilfsgüter nun endlich ungehindert in den Gazastreifen zu lassen.

Die Auswirkungen der Blockade

Die systematische Blockade hält seit mehr als zwei Jahren an, und die Folgen sind verheerend. Nach den jüngsten Berichten sind schätzungsweise drei Viertel der Bevölkerung im Gazastreifen von akutem Hunger betroffen. Das ist schlichtweg unfassbar! Die Anzahl der Lebensmittel-Ausgabestellen ist von etwa 400 auf nur noch vier gesunken, was die Verteilung von Nahrungsmitteln massiv erschwert. Laut Amnesty International wird Hunger sogar als Kriegswaffe eingesetzt – eine schockierende Realität, die die ohnehin fragile Lage noch weiter verschärft.

In einem Krankenhaus in Gaza-Stadt, wo täglich zwischen 200 und 250 Kinder auf Anzeichen von Unterernährung untersucht werden, zeigt sich der Ernst der Lage. Fast 15 Prozent dieser Kinder leiden unter schwerer oder mittelschwerer Unterernährung. Die katastrophalen Auswirkungen der ausbleibenden Hilfslieferungen sind hier mehr als deutlich. Seit Oktober 2023 sind mindestens 66 Kinder an den unmittelbaren Folgen von Unterernährung gestorben. Diese Zahl umfasst nicht einmal die Kinder, die an Krankheiten gestorben sind, die durch die Unterernährung verschärft wurden.

Die humanitäre Krise verschärft sich

Zwischen Januar und Juni 2025 wurden mehr als 18.000 Kinder wegen akuter Unterernährung ins Krankenhaus eingewiesen. Und die Prognosen sind alles andere als rosig. MSF dokumentiert, dass über die Hälfte der schwangeren Frauen, deren Neugeborene zwischen Juni 2025 und Januar 2026 behandelt wurden, während der Schwangerschaft mangelernährt waren. Die nur 48 Prozent der Kinder, die aus den ambulanten Ernährungsprogrammen entlassen wurden, waren wieder gesund – das spricht Bände über die prekäre Situation.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Der Krieg wurde durch den Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 ausgelöst, und seitdem ist die Lage im Gazastreifen fragil. Trotz einer von den USA vermittelten Waffenruhe seit Oktober 2023 gibt es immer wieder gegenseitige Vorwürfe von Verstößen. Diese Unsicherheit hat wesentlich zur Verschärfung der humanitären Krise beigetragen. Die GHF-Stiftung, die von den USA und Israel unterstützt wurde, beendete ihre Arbeit im Gazastreifen im November 2023 – ein weiterer Schlag für die ohnehin angeschlagene Bevölkerung.

Die humanitäre Situation im Gazastreifen ist ein eindringlicher Appell an die Weltgemeinschaft, sich für die Menschen vor Ort einzusetzen. Ärzte ohne Grenzen fordert ungehinderten Zugang zu lebensrettenden Hilfsgütern und appelliert an verbündete Staaten, ihren Einfluss geltend zu machen, um humanitären Zugang zu gewährleisten. Inmitten dieser Tragödie bleibt der Wunsch nach Frieden und Sicherheit für alle Menschen in der Region ein fernes, aber notwendiges Ziel.