Heute ist der 18.05.2026 und die politischen Wellen in Deutschland schlagen hoch. Extremismusforscher Gideon Botsch, der die Emil Julius Gumbel Forschungsstelle Antisemitismus und Rechtsextremismus am Moses-Mendelssohn-Zentrum in Potsdam leitet, hat sich zu Wort gemeldet. Und was er sagt, ist alarmierend: Die Bereitschaft, die AfD zu wählen, steigt trotz ihrer immer rechtsextremeren Ausrichtung. Ein Phänomen, das nicht nur in den Köpfen der Wähler, sondern auch auf den Straßen und in den Kommunen spürbar ist.
Aktuelle Umfragen zeigen, dass die AfD bundesweit bis zu 29 Prozent in der Sonntagsfrage erreicht. Das ist kein Pappenstiel! Vor allem die schärfere Migrationspolitik der Partei hat ihr sichtlich mehr Anhänger eingebracht. In Brandenburg, wo die AfD eine Stammwählerschaft von bis zu einem Viertel der Bevölkerung hat, wird die Entwicklung besonders deutlich. Hier hat die Partei kürzlich sogar die Wahl zum hauptamtlichen Bürgermeister durch René Stadtkewitz gewonnen – ein historischer Moment, wenn man bedenkt, dass die anderen Parteien sich aus der Fläche zurückziehen.
Der Einfluss der Bundespolitik
Botsch sieht die Bundespolitik als einen wesentlichen Faktor dafür, dass die AfD gestärkt wird. Der Versuch der Unionsparteien, die AfD rechts zu überflügeln, hat offenbar nicht die gewünschte Wirkung erzielt. Stattdessen hat die AfD in vielen Regionen, wie zum Beispiel in Brandenburg, an Einfluss gewonnen. In Zehdenick, einem kleinen Ort in der Nähe von Berlin, stellte keine demokratische Partei einen Kandidaten auf. Botsch kritisiert diese Zurückhaltung scharf und warnt davor, dass die AfD gute Chancen hat, weitere kommunale Spitzenämter zu gewinnen.
Besonders bedenklich ist die Entwicklung in Brandenburg, wo die AfD zunehmend als rechtsextremistisch eingestuft wird. Der Verfassungsschutz hat die Partei in mehreren Bundesländern, darunter Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Niedersachsen, als rechtsextremistisch klassifiziert. In Niedersachsen liegt die Einstufung aufgrund einer Klage jedoch vorerst auf Eis. Ein Urteil des Verwaltungsgerichts Köln hat zudem dem Bundesamt für Verfassungsschutz erlaubt, die AfD vorerst nicht als gesichert rechtsextremistisch einzustufen und zu beobachten.
Ein besorgniserregendes Bild
Der Verfassungsschutz Brandenburg hat die AfD ausdrücklich als rechtsextrem eingestuft, doch die Partei wehrt sich gegen diese Einstufung. Botsch beschreibt die AfD als immer rechtsextremer und radikalisierter, mit zunehmenden Elementen des Neonazismus. Das ist eine gefährliche Entwicklung, die nicht ignoriert werden sollte. Man fragt sich, wie die anderen Parteien auf diese Herausforderungen reagieren werden. Werden sie sich endlich wieder stärker aufstellen oder weiter in den Hintergrund treten?
Es ist ein spannendes, aber auch beunruhigendes Bild, das sich hier abzeichnet. Die politischen Landschaften in Deutschland scheinen sich zu verschieben, und die AfD könnte in den kommenden Monaten und Jahren eine noch größere Rolle spielen. Wir bleiben gespannt, wie sich die Situation entwickelt und welche Auswirkungen sie auf die deutsche Politik haben wird.