Heute ist der 17.05.2026, und in den Räumlichkeiten der Modul University steht die Innovation Night „New Money, Old Europe“ auf dem Programm. Die Moderatorin Eva Komarek führt durch einen Abend, der sich mit einer Frage beschäftigt, die uns alle betrifft: Wie sieht die Zukunft des Geldes aus? In der Runde sitzen Experten aus der Finanzwelt, die ihre Sicht auf die Herausforderungen und Chancen des digitalen Zahlungsverkehrs darlegen. Heimo Ertl von Geldservice Austria bringt gleich zu Beginn einen wichtigen Punkt auf den Tisch: Bargeld ist in Österreich nach wie vor ein unverzichtbares Zahlungsmittel, denn 55% der Transaktionen erfolgen damit. Die Praktikabilität, der Datenschutz und die Kontrolle über Ausgaben, die Bargeld mit sich bringt, sind für viele Menschen nicht zu ersetzen.

Doch während die Mehrheit der Gäste in der Veranstaltung digital bezahlt, schwingt auch ein gewisses Unbehagen mit. Fragen zur Infrastruktur, zu Abhängigkeiten, zum Datenschutz und zur politischen Kontrolle über Bargeld und digitale Währungen sind allgegenwärtig. Besonders Heimo Ertl warnt vor der Verwundbarkeit bargeldloser Systeme, wie wir sie bereits in skandinavischen Ländern beobachten konnten. Richard Werner von der Modul University äußert zudem Bedenken hinsichtlich der Interessenkonflikte zwischen Zentralbanken und Geschäftsbanken, vor allem im Zusammenhang mit dem digitalen Euro, der von der Europäischen Zentralbank angedacht wird.

Der digitale Euro und seine Herausforderungen

Die Diskussion über den digitalen Euro führt Harald Flatscher von PSA Payment Services Austria zu skeptischen Überlegungen. Er hinterfragt die Argumente, die für diese digitale Währung ins Feld geführt werden. Jonas Jünger von Cyclops Europe hingegen sieht Wachstumspotenzial für Stablecoins, die an Fiatwährungen gekoppelt sind. Diese neuen digitalen Währungen könnten eine Antwort auf die Volatilität bieten, die oft mit Kryptowährungen einhergeht. Aber was genau sind Stablecoins? Nun, sie sind Kryptowährungen, deren Wert an stabile Vermögenswerte wie den US-Dollar gebunden ist. Tether (USDT) und USD Coin (USDC) sind da nur zwei Beispiele. Hier wird deutlich, dass die Finanzwelt in einem ständigen Wandel begriffen ist.

In diesem Zusammenhang wird auch die Schaffung von Geld thematisiert. Interessanterweise sind 90% der Geldmenge in Europa Bankengeld, das durch Kredite der Banken entsteht. Ein Punkt, den Richard Werner nicht unerwähnt lässt, ist die drohende Schrumpfung kleiner Banken in Europa und die potenziellen Auswirkungen auf den Mittelstand. Fragen zur Kontrolle des Finanzsystems und zur Zukunft von Bargeld, digitalem Euro und Stablecoins sind an diesem Abend ein zentrales Thema. Und das Fazit scheint klar: Die Entscheidungen über die Zukunft des Geldes werden am Markt und in Brüssel getroffen.

Der digitale Euro als Ergänzung zu Bargeld

Doch was ist nun genau der digitale Euro? Laut der Bundesbank soll dieser das Bargeld ergänzen und die strategische Autonomie Europas im Zahlungsverkehr stärken. Ziel ist es, die Vorteile von Bargeld in die digitale Welt zu übertragen, um den Bürgern einen sicheren Zugang zu öffentlichem Geld im Euroraum zu gewährleisten. Spannend ist, dass der digitale Euro nicht nur für Online-Zahlungen, sondern auch für alltägliche Einkäufe an der Ladenkasse gedacht ist. Er soll sowohl online als auch offline genutzt werden können, und hohe Datenschutzstandards sollen dafür sorgen, dass die Nutzer ihre Daten souverän behalten. Schließlich wird in der heutigen Zeit der Datenschutz immer wichtiger.

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Ein weiterer Punkt ist die Tatsache, dass derzeit knapp zwei Drittel aller Kartenzahlungen im Euroraum über außereuropäische Systeme abgewickelt werden. Hier könnte der digitale Euro ein Stück weit Abhilfe schaffen, indem er den europäischen Zahlungsverkehr effizienter und widerstandsfähiger gestaltet. Seit Oktober 2025 arbeitet das Eurosystem an der Umsetzung, und die finale Entscheidung darüber, ob der digitale Euro tatsächlich ausgegeben wird, liegt beim EZB-Rat. Ein spannender Prozess, der uns wohl noch eine Weile beschäftigen wird.

Die Zukunft des Zahlungsverkehrs

Aber nicht nur der digitale Euro ist im Gespräch. Giralgeld-Token, also digitale Abbildungen von Giralgeld, könnten ebenfalls eine Rolle spielen. Diese Token sind durch Giralgeld gedeckt und nutzen die Distributed-Ledger-Technologie, um Sicherheit und schnellere, kostengünstigere Transaktionen zu gewährleisten. Und während Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum immer populärer werden, bleibt die Frage, wie sich diese digitalen Währungen in das bestehende Finanzsystem integrieren lassen. Die Möglichkeiten scheinen endlos, aber auch die Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen.

Abschließend lässt sich sagen, dass wir an einem spannenden Wendepunkt in der Welt der Zahlungsmittel stehen. Die Diskussionen heute Abend haben gezeigt, dass eine Vielzahl von Perspektiven und Interessen aufeinanderprallen. Die Zukunft des Geldes wird in den nächsten Jahren wohl noch für viele Überraschungen sorgen. Und wer weiß, vielleicht sind wir in einigen Jahren schon ganz selbstverständlich mit dem digitalen Euro unterwegs und freuen uns über die neuen Möglichkeiten, die uns die digitale Welt bietet.