Die Finanzwelt in der Europäischen Union steht vor einem grundlegenden Wandel. Mit den neuen Finanzvorschriften, die 2026 in Kraft treten, wird es für Unternehmen dringend notwendig, sich rechtzeitig auf die bevorstehenden Änderungen einzustellen. Diese Vorschriften betreffen alle, die innerhalb der EU agieren oder Kunden in der Union haben. Wer am Ball bleiben möchte, sollte die relevanten Regelungen genau im Blick behalten und vor Fristablauf aktiv werden.

Eine der zentralen Änderungen ist das Ende der MiCA-Übergangsfrist, die am 1. Juli 2026 abläuft. Ab diesem Zeitpunkt dürfen ohne eine gültige Lizenz keine Krypto-Aktivitäten mehr durchgeführt werden. Nur lizensierte Plattformen haben das Recht, Krypto-Dienstleistungen in der Eurozone anzubieten. Die Europäische Bankenaufsicht (EBA) übernimmt zudem die direkte Aufsicht über Krypto-Asset-Emittenten, was für mehr Sicherheit und Transparenz im Markt sorgen soll.

Wichtige regulatorische Änderungen

Ein weiterer bedeutender Schritt ist die Umsetzung des Digital Operational Resilience Act (DORA). Dieser erfordert unter anderem jährliche Risikobewertungen von kritischen externen IKT-Dienstleistern und sorgt dafür, dass Verträge mit Drittanbietern den neuen Anforderungen entsprechen. Unternehmen sollten also sicherstellen, dass ihre Kooperationen und Verträge auf der Höhe der Zeit sind.

Die Einführung eines KI-Gesetzes verpflichtet Banken und Finanzinstitute dazu, transparente Governance-Strukturen für ihre KI-Systeme zu schaffen. Dokumentation über die Funktionsweise dieser Systeme sowie die Verantwortlichkeiten müssen klar geregelt sein. Das zielt darauf ab, das Vertrauen der Anleger zu stärken und Missbrauch zu vermeiden.

Im Bereich der Zahlungsdienstleistungen wird das neue Verification of Payee (VOP)-System ab dem 20. September 2026 in Kraft treten. Zahlungsdienstleister sind dann verpflichtet, vor SEPA-Zahlungen die Übereinstimmung von Kontonummer und Namen zu überprüfen, um Betrug zu vermeiden. Solche Maßnahmen sind Teil einer breiteren Strategie zur Bekämpfung von Finanzkriminalität und zur Stärkung der Sicherheit im Zahlungsverkehr.

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Kryptowährungen und Anlegerschutz

Die MiCAR (Verordnung über Märkte für Kryptowerte) wird ab dem 30. Juni 2024 die Aufsicht über Emittenten von Kryptowerten in Deutschland regeln. Ziel dieser Regulierung ist es, einen harmonisierten europäischen Rahmen zu schaffen, der Innovationen fördert und gleichzeitig die Finanzstabilität sowie den Anlegerschutz gewährleistet. Die MiCAR definiert drei Kategorien von Kryptowerten: E-Geld-Token, vermögenswertreferenzierte Token und sonstige Token, wie Bitcoin und Ethereum.

Unternehmen müssen sich auf die neuen Anforderungen einstellen, die ab dem 30. Juni 2024 gelten. Dazu gehört die Erstellung eines Whitepapers und die Einhaltung spezifischer Vorschriften, um die erforderlichen Zulassungen zu erhalten. Die BaFin hat bereits einen Bereich eingerichtet, um über die regulatorischen Anforderungen zu informieren und die notwendigen Schritte für Unternehmen zu erläutern.

Nachhaltigkeit und Transparenz

Eine weitere wichtige Neuerung ist die Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen (CSRD). Große Unternehmen müssen künftig detailliert über ihre ökologischen und sozialen Auswirkungen berichten. Kleinere Firmen könnten dazu angehalten werden, Informationen über CO2-Emissionen und Personalpolitik an größere Unternehmen weiterzugeben, die diese Informationen dann in ihren Berichten verwenden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die neuen EU-Finanzvorschriften 2026 weitreichende Auswirkungen auf Krypto-Lizenzen, KI-Governance, digitale Resilienz, Zahlungsbetrug, Nachhaltigkeitsberichterstattung und den Anlegerschutz haben werden. Unternehmen sind gefordert, ihre Systeme zu überprüfen, Verträge zu aktualisieren und Geschäftsabläufe zu überarbeiten, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden. Es ist an der Zeit, die Ärmel hochzukrempeln und die bevorstehenden Veränderungen proaktiv anzugehen.