Krypto-Krise in Großbritannien: Banken blockieren 40% der Überweisungen
Die britische Finanzlandschaft steht momentan Kopf, und das hat vor allem mit der Krypto-Überweisung zu tun. In einer sechswöchigen Untersuchung, die von der All-Party Parliamentary Group (APPG) initiiert wurde, stellt sich heraus, dass Banken unglaubliche 40 % der Krypto-Überweisungen blockieren oder verzögern. Das hat Auswirkungen auf die gesamte Krypto-Community in Großbritannien, denn die Frist für die Einreichung von Beweismaterial endet am 31. August und die APPG fordert dringend Stellungnahmen zu den Hindernissen im Krypto-Bankwesen. Im Zentrum der Untersuchung stehen auch große Namen wie HSBC und andere Banken, die für ihre strengen Beschränkungen kritisiert werden.
Die Situation wird noch brisanter, wenn man bedenkt, dass 70 % der Krypto-Börsen die Bankbeschränkungen mit einer schwächeren Expansion in Großbritannien in Verbindung bringen. Verbraucher, die in die Welt der digitalen Vermögenswerte eintauchen wollen, sehen sich mit Zahlungslimits und gesperrten Überweisungen konfrontiert. Das lässt die Frage aufkommen: Konnte Großbritannien sich als Knotenpunkt für digitale Vermögenswerte etablieren, oder wird der eingeschränkte Zugang zu Finanzdienstleistungen die Ambitionen des Landes zunichte machen?
Der Blick über den Tellerrand
Die APPG wird von Lord Vaizey of Didcot und Gurinder Singh Josan geleitet, und ihre Untersuchung könnte klären, ob der britische Ansatz im Krypto-Sektor mit den politischen Maßnahmen in anderen Ländern mithalten kann. Vergleicht man die britische Regulierungslandschaft mit der in den USA, Australien, Hongkong und der EU, wird deutlich, dass der Druck auf die Banken wächst. Die Wirtschaftsstaatssekretärin Lucy Rigby hat klargestellt, dass Unternehmen, die von der Financial Conduct Authority lizenziert sind, keine Beschränkungen aufgrund ihrer Tätigkeit im Kryptosektor unterliegen sollten. Das klingt vielversprechend, aber die Realität sieht oft anders aus.
Ein Blick auf die regulatorischen Rahmenbedingungen zeigt, dass der Kryptomarkt ständig im Wandel ist. Der erste Bitcoin wurde bereits 2009 geschaffen, und seither hat sich eine Vielzahl von Kryptowährungen entwickelt. Die Risiken im Kryptosystem sind jedoch nicht zu unterschätzen – Skandale wie der Zusammenbruch der Handelsplattform FTX im Herbst 2022 haben die Schwächen des Systems schonungslos offenbart. Die Bundesbank und andere europäische Regulierungsbehörden stehen den Entwicklungen skeptisch gegenüber und beobachten die Marktbewegungen genau.
Regulierungsansätze im Vergleich
Die Regulierung von Kryptowerten erfolgt nach dem Prinzip „regulate and contain“. Es geht darum, das System zu regulieren und gleichzeitig die Ansteckungsrisiken zwischen Krypto- und traditionellem Finanzsystem zu minimieren. Die europäische Verordnung zur Regulierung von Märkten (MiCAR), die seit dem 29. Juni 2023 in Kraft ist, zielt darauf ab, einen harmonisierten Rechtsrahmen für nicht regulierte Kryptowerte zu schaffen. In Deutschland beaufsichtigt die BaFin in Zusammenarbeit mit der Bundesbank Emittenten von Stablecoins und E-Geld-Token. Das bringt uns aber auch zur Frage nach den Eigenkapitalanforderungen für Banken, die im Kryptosystem aktiv sind – ein Thema, das bis zum 1. Januar 2025 international standardisiert werden soll.
Wie es weitergeht? Die APPG wird nach Ablauf der Einreichungsfrist Empfehlungen an die Regierung veröffentlichen. Die Ergebnisse ihrer Untersuchung könnten entscheidend dafür sein, ob die regulatorische Klarheit ausreicht, um Unternehmen im Bereich digitaler Vermögenswerte anzuziehen oder ob der Zugang zum traditionellen Bankwesen ein größeres Hindernis darstellt. In jedem Fall bleibt abzuwarten, ob Großbritannien als Knotenpunkt für digitale Vermögenswerte bestehen bleibt oder ob der eingeschränkte Zugang zu Finanzdienstleistungen die Zukunft der Krypto-Branche im Land gefährdet.
