Am 28. April 2025 wurde die Iberische Halbinsel von einem historischen Blackout heimgesucht, der bis zu 16 Stunden dauerte und rund 60 Millionen Menschen traf. Das war kein einfacher Stromausfall, sondern eine regelrechte Katastrophe! In ganz Spanien und Portugal standen Züge still, Krankenhäuser mussten auf Notstromversorgung umschalten und die Mobilfunknetze brachen zusammen. Was für ein Schock! Die europäische Netzorganisation ENTSO-E klassifizierte dieses Ereignis als die größte Störung im kontinentaleuropäischen Übertragungsnetz seit über 20 Jahren und stufte es auf Stufe 3 ein. Aber was war der Grund für diesen schaurigen Blackout?
Offizielle Untersuchungsberichte zeigen, dass nicht erneuerbare Energien die Hauptschuld trugen, sondern ein veraltetes Systemdenken, fehlende Netzinfrastruktur und unzureichende Speicherkapazitäten. Es war ein perfekter Sturm von Fehlern und Schwachstellen, der im Grunde mit einem Spannungsanstieg begann, der die Kraftwerke zum Abschalten brachte. Im Nachhinein betrachtet, hatte Spanien und Portugal eine grenzüberschreitende Austauschkapazität von gerade einmal 3-4% der installierten Erzeugungskapazität. Da wird die Isolation der Iberischen Halbinsel mehr als deutlich!
Ein Jahr nach dem Blackout: Ein Boom in der Batteriespeichertechnologie
Ein Jahr nach diesem Dunkelschock ist die Reaktion der beiden Länder bemerkenswert. Die installierte Batteriespeicherleistung in Spanien explodierte förmlich von 28 Megawatt auf 193 Megawatt – ein Anstieg um 589%! Und das ist noch nicht alles: Die Pipeline an Battery Energy Storage Systems (BESS) Projekten wuchs um atemberaubende 464%. Auch die Batteriespeicherkapazität für den Eigenverbrauch schoss von 155 auf 339 Megawattstunden in die Höhe. Man könnte meinen, die Spanier und Portugiesen haben aus ihrem Schock gelernt und setzen nun voll auf die Zukunft.
Die Installation von Batteriespeichern in Wohngebäuden stieg um 155%, und in Gewerbe- und Industrieanlagen um 95%. Zeigt sich hier ein Trend? Klar, denn Spanien investierte über 818 Millionen Euro in 126 Energiespeicherprojekte mit einer prognostizierten Gesamtkapazität von 9,4 Gigawattstunden. Batteriespeicher werden zunehmend als tragende Infrastruktur des Stromsystems anerkannt. Ein Schritt, der nicht nur für die Iberische Halbinsel, sondern für ganz Europa von Bedeutung sein könnte.
Die Ursachen des Blackouts: Ein Netz voller Schwächen
Der Abschlussbericht von ENTSO-E verdeutlicht, dass es nicht eine einzige Ursache für den Ausfall gab. Vielmehr war es eine Kette von Missgeschicken. So lief das spanische 400-kV-Netz mit viel zu kleinen Sicherheitsmargen. Manuelle Eingriffe, wie das Schalten von Shunt-Reaktoren, geschahen zu spät, und die Schutzsysteme schalteten nach Meinung der Experten viel zu früh ab. Vor dem Blackout gab es außerdem Netzschwingungen, die fast wie ein Vorzeichen wirkten. Die Netzbetreiber reduzierten die Stromexporte nach Frankreich und kuppelten Stromleitungen im Süden Spaniens. Und dann, um 12:32 Uhr, kam der komplette Blackout. Innerhalb von nur 90 Sekunden gingen rund 2,2 GW Erzeugungsleistung verloren. Das war ein Schock, der nicht nur Technik, sondern auch die Menschen mitten ins Mark traf.
Die Wiederherstellung der Stromversorgung verlief alles andere als reibungslos. Kommunikationsprobleme und nicht anlaufende Schwarzstart-fähige Anlagen machten die Situation noch dramatischer. Experten empfehlen, dass Solar- und Windanlagen künftig aktiv zur Spannungsstabilisierung beitragen sollten. Ein Gedanke, der sich nicht nur auf die Iberische Halbinsel beschränkt, sondern auch für Deutschland von Bedeutung ist.
Ein Blick nach Deutschland: Systemstabilität im Fokus
In Deutschland hat die Bundesnetzagentur am 13. Juni 2023 einen Bericht zur Systemstabilität des Elektrizitätsversorgungssystems bei den vier Übertragungsnetzbetreibern eingefordert. Dieser Bericht soll bis zum 3. Mai 2024 vorgelegt werden und behandelt zentrale Fragen wie die stromrichterbasierte Stabilität und den Bedarf an Momentanreserve. Es wird klar, dass auch hier Handlungsbedarf besteht.
Die Bundesnetzagentur empfiehlt unter anderem, dass technische Anforderungen an Elektrolyseure zur Spannungsstabilität angepasst werden sollten. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs. Eine Normierung entsprechender Anforderungen könnte helfen, die Systemstabilität zu verbessern, auch ohne Wirkleistung. Es wird sogar über die Umrüstung stillzulegender Kraftwerke zu rotierenden Phasenschiebern nachgedacht. Hier zeigt sich, dass Europa sich in eine neue Richtung bewegen muss – hin zu einem stabileren, nachhaltigeren Stromnetz.
In einem System, das immer grüner wird, sind innovative Technologien und Strategien gefragt. Die Roadmap Systemstabilität der Bundesregierung wird uns auf den Weg in eine Zukunft mit 100 Prozent Erneuerbaren Energien führen. Es bleibt spannend, wie sich die Dinge entwickeln werden – und ob die Lehren aus dem Dunkelschock von 2025 in ganz Europa umgesetzt werden.