Heute ist der 6.05.2026 und ich bin hier im Metaverse, einem Ort, der gleichzeitig faszinierend und ein bisschen gruselig ist. Man kann sagen, es ist wie eine moderne Fantasiewelt, in der sich Technologie und Fiktion vereinen. Und genau das bringt mich zu einem Punkt, der in letzter Zeit viele Diskussionen ausgelöst hat: den Einfluss von Science-Fiction auf unsere reale Welt, insbesondere im Bereich der Technologie und Produktentwicklung.
Wenn wir darüber nachdenken, wie Begriffe aus fiktionalen Universen Teil unseres Alltags geworden sind, wird es irgendwie schräg. Da gibt es zum Beispiel „Soylent“, diesen Mahlzeitenersatz, der 2013 in den USA auf den Markt kam. Der Name stammt aus dem Film „Soylent Green“ (1973), ein düsteres Werk, in dem Menschenfleisch verarbeitet wird. Lustigerweise soll das Produkt ja den Nährstoffbedarf eines Erwachsenen decken und dabei zeitraubende Essenspausen vermeiden. Man fragt sich, ob die Menschen, die das kaufen, sich bewusst sind, woher der Name kommt. Aber hey, der Wiedererkennungswert zählt, oder? Julia Grillmayr, Professorin für Kulturwissenschaft, hat das ganz treffend formuliert: Es ist egal, ob der Name positiv oder negativ besetzt ist – Hauptsache, die Leute erinnern sich daran.
Science-Fiction als Inspirationsquelle
Und tatsächlich, die Tech-Branche ist voll von diesen Anspielungen auf die Fiktion. Nehmen wir „Palantir Gotham“ – benannt nach dem mystischen „Palantír“ aus „Herr der Ringe“ und den düsteren Städten im DC-Comicuniversum. Das zeigt einmal mehr, wie tief die Wurzeln der Fantasie in die Realität reichen. Und das ist nicht nur eine Modeerscheinung. Unternehmen aus dem Silicon Valley nutzen diese literarischen Vorlagen, um Investoren zu begeistern. Da wird man schon fast nostalgisch!
Das gilt auch für die Begriffe, die wir heutzutage verwenden. Der „Warp-Antrieb“ und das „Beamen“ aus „Star Trek“ – die meisten von uns wissen, dass wir noch nicht so weit sind, aber die Designs unserer Mobiltelefone sind stark davon beeinflusst. Vor über 50 Jahren kam die Serie ins Fernsehen und hat die Vorstellungskraft unzähliger Menschen beflügelt. Und das ist ja auch das Spannende daran: Es gibt Technologien wie VR-Brillen und Noise-Cancelling-Kopfhörer, die uns in diese fantastischen Welten eintauchen lassen.
Elon Musk hat sich sogar einen Namen für seinen KI-Chatbot aus der Science-Fiction geholt: „Grok“, inspiriert von Robert Heinleins „A Stranger in A Strange Land“. Es ist interessant, wie sehr sich die Tech-Welt nach den Vorstellungen der Autoren richtet, während alternative Gesellschaftsentwürfe oft nicht die Beachtung finden, die sie verdienen. Grillmayr kritisiert, dass viele dieser Fiktionen das bestehende Wirtschaftssystem widerspiegeln und wenig Raum für Neues bieten.
Ein Blick in die Zukunft
Das Metaverse selbst ist ein gutes Beispiel dafür. Der Begriff stammt aus Neal Stephensons Roman „Snow Crash“ von 1992, in dem es als Fluchtort aus einer hyperkapitalistischen Realität beschrieben wird. Und so stehen wir heute in einer virtuellen Welt, die sowohl ein Zufluchtsort als auch ein Spiegelbild unserer gegenwärtigen Gesellschaft ist. Die Frage bleibt: Wo führt uns das alles hin? Werden diese Technologien unser Leben verbessern oder führt uns die Flucht in die Fiktion nur weiter weg von der Realität?
Es bleibt spannend. So absurd es auch klingen mag, unsere alltäglichen Entscheidungen werden von den Geschichten und Mythen beeinflusst, die wir konsumieren. Ob es nun der Name eines Produkts ist oder die Technologien, die wir benutzen – irgendwo dazwischen verschwimmt die Grenze zwischen Fiktion und Realität. Und das ist vielleicht die größte Lektion, die uns die Science-Fiction lehrt: Unsere Vorstellungskraft hat die Kraft, die Welt tatsächlich zu verändern.