Die Welt der Energieversorgung erlebt einen fundamentalen Wandel. Im Jahr 2025 haben erneuerbare Energien erstmals die Kohle im globalen Strommix überholt. Mit einem Anteil von 33,8 Prozent an der weltweiten Stromerzeugung ist dieser Schritt mehr als nur ein kleiner Fortschritt. Der Kohleanteil ist auf 33,0 Prozent gefallen, was den ersten Rückgang in der globalen Kohleverstromung seit 2020 markiert. Diese Daten basieren auf einer umfassenden Auswertung von 215 Ländern, wobei die Ist-Zahlen aus 91 Ländern stammen, die 93 Prozent des weltweiten Strombedarfs abdecken.
Ein bemerkenswerter Faktor ist der rasante Anstieg der Solarenergie, die 2025 erstmals die Windenergie überholt hat und sich nun der Kernkraft nähert. Prognosen deuten darauf hin, dass Solar- und Windenergie im Jahr 2026 die Atomstromerzeugung überholen werden. Diese Entwicklung ist besonders bedeutend, da die Internationale Energieagentur (IEA) 2025 eine Rekordproduktion bei der Atomstromgewinnung von rund 2.900 Terawattstunden verzeichnete. Gleichzeitig sind über 70 Gigawatt neue Kernenergiekapazitäten weltweit im Bau, mit 40 Ländern, die Pläne zum Ausbau der Atomkraft verfolgen.
Die Treiber der Energiewende
Der Anstieg des Strombedarfs im Jahr 2025 betrug rund 3 Prozent, während die globale Energienachfrage um 1,3 Prozent stieg. Treiber dieser Elektrifizierung sind Elektroautos, elektrische Wärmequellen, Rechenzentren und industrielle Prozesse, die alle zur wachsenden Nachfrage nach Strom beitragen. In China stieg der Stromverbrauch sogar um 7 Prozent, was die Dringlichkeit unterstreicht, die Energiewende voranzutreiben.
Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass die CO₂-Emissionen global nur um 0,4 Prozent gestiegen sind, was unter dem langjährigen Durchschnitt von 2,4 Prozent liegt. In China gingen die Emissionen des Energiesektors sogar um 0,7 Prozent zurück. Im Gegensatz dazu verzeichneten die USA einen Anstieg der Kraftwerksemissionen um 3,3 Prozent, was die Notwendigkeit einer stärkeren Diversifikation der Energieversorgung verdeutlicht. Geopolitische Krisen, wie der Iran-Krieg, verstärken diesen Trend und führen zu einem verstärkten Interesse an erneuerbaren Energien.
Erneuerbare Energien im Aufwind
Die Studie von Ember zeigt, dass die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien im Jahr 2025 den Anstieg des globalen Verbrauchs abgedeckt hat. Die Erneuerbaren wuchsen um 852 Terawattstunden, während der globale Stromverbrauch um 849 Terawattstunden anstieg. Die Produktion aus fossilen Brennstoffen sank um etwa 0,2 Prozent und markiert damit eines der wenigen Jahre ohne Anstieg der fossilen Brennstoffproduktion in diesem Jahrhundert. Solarenergie allein wuchs um knapp 30 Prozent und deckte drei Viertel des Nettoanstiegs der Stromnachfrage ab.
China und Indien haben im Jahr 2025 erstmals im Jahrhundert einen Rückgang der Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen verzeichnet. In China sank diese um 0,9 Prozent, in Indien sogar um 3,3 Prozent. Diese Entwicklungen sind ein positives Zeichen für die globale Energiewende und zeigen, dass der Solarausbau in Schwellenländern den Anstieg der CO2-Emissionen in den Industrieländern nahezu ausgleicht.
Trotz der Herausforderungen, die durch volatile Ölpreise und geopolitische Spannungen entstehen, schreitet die Energiewende weltweit voran. Die IEA prognostiziert einen Anstieg des globalen Stromverbrauchs um 40 Prozent in den nächsten zehn Jahren. Der aktuelle Energiemix bleibt jedoch weit von einem 1,5-Grad-kompatiblen Entwicklungspfad entfernt, was die Dringlichkeit unterstreicht, weiterhin in erneuerbare Energien zu investieren und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren.
Für weitere Informationen zu diesem Thema, besuchen Sie diese Seite oder werfen Sie einen Blick auf die Studie von Ember über die globale Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien.