In der dynamischen Welt der Technologie hat Apple mit seinem Mixed-Reality-Projekt Vision Pro im Jahr 2024 ein ehrgeiziges neues Kapitel aufgeschlagen. Doch die Erwartungen haben sich nicht erfüllt: Die Nachfrage blieb hinter den Hochrechnungen zurück und die Verkaufszahlen sind weit von den angestrebten Zielen entfernt. Statt der erhofften 500.000 Einheiten wurden bis dato lediglich rund 600.000 Stück verkauft – ein Ergebnis, das für den scheidenden CEO Tim Cook als enttäuschend gilt. Kritiker bemängeln insbesondere den hohen Preis von 3.699 Euro sowie das Gewicht von 800 Gramm, die möglicherweise abschreckend wirken.

Die Anfänge von Vision Pro waren vielversprechend, insbesondere angesichts des anfänglichen Interesses an VR-Headsets und virtuellen Welten. Doch die Welle des Hypes ebbte schnell ab, vor allem nachdem Meta sein Metaverse-Projekt aufgegeben hat. Die Berichte von „MacRumors“ bestätigen, dass die Verkaufsziele für Vision Pro nicht erreicht wurden und Apple mittlerweile die Weiterentwicklung des Produkts auf Eis gelegt hat. Stattdessen wird der Fokus nun auf Smart Glasses gelegt, die sich an den Meta Ray-Bans orientieren und einen besonderen Schwerpunkt auf KI-Funktionen haben.

Der schleichende Abschied von Vision Pro

Mit der Entscheidung, das zuständige Team für Vision Pro auf andere Bereiche zu verteilen, hat Apple ein klares Signal gesetzt: Eine Fortführung der aktuellen Produktlinie ist nicht geplant. Ein Teil des Teams arbeitet nun an der Sprachassistentin Siri, während die Vision-Pro-Technologie, die viel Energie benötigt, nicht für die neuen Geräte genutzt werden soll. Für 2026 werden von Apple lediglich 45.000 abgesetzte Einheiten prognostiziert – ein weiteres Indiz dafür, dass das Unternehmen seine Strategie grundlegend überdenken muss.

Technische Upgrades sind für Ende 2025 vorgesehen, die Verbesserungen wie einen stärkeren M5-Chip und neue Displays mit einer Wiederholrate von 120 Hertz versprechen. Trotz dieser technischen Fortschritte bleibt das Gewicht gleich, was weiterhin als Nachteil angesehen wird. Der Markt zeigt sich unbarmherzig, und die Konkurrenz schläft nicht: Unternehmen wie XREAL, Viture und TCL erobern zunehmend Marktanteile im AR/VR-Segment.

Der AR/VR-Markt im Wandel

Die aktuellen Entwicklungen im AR/VR-Headset-Markt sind ebenfalls bemerkenswert. Laut der International Data Corporation (IDC) verzeichnete der Markt im letzten Quartal ein Wachstum von 18,1% im Vergleich zum Vorjahr. Meta führt mit einem Marktanteil von 50,8%, während XREAL und Viture ebenfalls starke Verkaufszahlen aufweisen. Während die Kategorie „Others“ um 47,2% fiel, zeigen Unternehmen wie Viture mit einem Wachstum von 268,4% und TCL mit 91,6% eindrucksvoll, dass es auch anderswo florierende Geschäftsmöglichkeiten gibt.

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Die IDC prognostiziert für die kommenden Jahre einen Rückgang der reinen VR-Verkäufe, während Mixed Reality (MR) und Extended Reality (ER) an Bedeutung gewinnen. So sollen die Verkaufszahlen von MR von 3,3 Millionen Einheiten im Jahr 2025 auf über 15,2 Millionen Einheiten bis 2029 steigen. Das bedeutet, dass die Branche trotz der Rückschläge bei Apple und anderen großen Spielern wie Sony nicht an Dynamik verliert. Die jährliche Wachstumsrate von 38,6% von 2025 bis 2029 unterstreicht diesen Trend.

Für Apple bleibt der Weg in die Zukunft steinig. Die Entscheidung, sich von Vision Pro abzuwenden und stattdessen auf Smart Glasses mit KI-Fokus zu setzen, könnte der entscheidende Schritt sein, um im sich schnell verändernden Technologiemarkt relevant zu bleiben. Ob diese Strategie aufgehen wird, steht jedoch in den Sternen. Es bleibt abzuwarten, welche Innovationskraft die nächsten Produkte entfalten werden.