Heute ist der 4.06.2026 und der Bitcoin-Kurs dümpelt gerade unter der 64.000 US-Dollar-Marke herum. In den letzten 24 Stunden hat die digitale Währung mehr als 5 Prozent verloren – ein weiterer Hinweis auf den anhaltenden Bärenmarkt, der die Anleger in Atem hält. Trotz der Rufe nach „Buy the Dip“ fehlt bisher jede Spur von einer Trendwende. On-Chain-Daten von CryptoQuant belegen, dass wir uns möglicherweise noch länger in dieser Schwächephase befinden könnten. Es ist wie ein schleichendes Ungeheuer, das nicht so leicht besiegt werden kann.
Ein interessanter Aspekt, den die aktuellen Daten aufzeigen, ist die veränderte Holder-Struktur: 53 Prozent der Realized Market Cap bestehen mittlerweile aus Coins, die zwischen sechs Monaten und zwei Jahren alt sind. Vor zwei Jahren lag dieser Anteil noch bei 15 Prozent. Historisch gesehen waren wir in früheren Bärenmärkten bei etwa 68 Prozent – das lässt auf mögliche Tiefpunkte schließen. Kurzfristige Spekulanten, die auf schnelle Gewinne aus waren, finden sich nun unfreiwillig in der Rolle von langfristigen Haltern wieder, da sie ihre Positionen nicht gewinnbringend verkaufen können. Die stärkste Kapitulation dieser kurzfristigen Halter wird für das Jahr 2026 prognostiziert, mit einem Verlusttransfer von 53.800 BTC. Hohe Verlusttransfers sind ein Zeichen für die Verkaufsangst, die sich wie ein Schatten über dem Markt legt.
Die Geschichte der Bärenmärkte
Schaut man auf die Geschichte von Bitcoin, so fällt auf, dass diese digitale Währung bereits vier große Epochen und sechs massive Bärenmärkte durchlebt hat. Ein Bärenmarkt wird definiert als eine anhaltende Kurskorrektur von mindestens 20 Prozent gegenüber dem letzten Höchststand, begleitet von einem negativen Marktsentiment. In der Vergangenheit lagen die Kursrückgänge während solcher Bärenmärkte typischerweise zwischen 50 und 90 Prozent. Diese sechs Bärenmärkte sind wie ein Geschichtsbuch, das uns lehrt, was im Moment geschieht.
- Bärenmarkt 1 (2011): Nach dem Hack von Mt. Gox fiel der Kurs von 31 USD auf 2 USD (-93%). Die Erholung brachte eine unglaubliche Steigerung von +54.300% bis zum nächsten Allzeithoch.
- Bärenmarkt 2 (2013–2015): Die Insolvenz von Mt. Gox und das Verbot durch die chinesische Zentralbank führten zu einem Rückgang von 1.163 USD auf 170 USD. Mit 37 Monaten war dies der längste Bärenmarkt, aber die Erholung war ebenfalls beeindruckend mit +11.547%.
- Bärenmarkt 3 (2017–2018): Nach dem Platzen der ICO-Blase fiel der Kurs von 19.800 USD auf 3.200 USD, gefolgt von einer Erholung von +2.056%.
- Bärenmarkt 4 (2019–2020): Der COVID-19 Liquiditätsschock ließ den Kurs auf 3.850 USD fallen, bevor er sich um +1.692% erholte.
- Bärenmarkt 5 (2021–2022): Der Zusammenbruch von Terra/LUNA und FTX führte zu einem Rückgang von 69.000 USD auf 15.476 USD, mit einer Erholung von +716%.
- Bärenmarkt 6 (2025–2026): Aktuell sind wir mitten in diesem Bärenmarkt, der den Kurs von 126.272 USD auf 59.930 USD fallen ließ.
Ein weiteres bemerkenswertes Merkmal der Bitcoin-Geschichte sind die Halvings, die alle vier Jahre stattfinden und die Menge neuer Bitcoins pro Block reduzieren. Historisch gesehen folgten auf diese Halvings Bullenmärkte in einem Zeitraum von 12 bis 18 Monaten. Das letzte Halving war im April 2024 und es bleibt spannend, ob wir auch diesmal mit einem Bullenmarkt rechnen können.
Ausblick auf den Markt
Der MVRV Z-Score, ein Bewertungsindikator, zeigt, dass Bitcoin derzeit günstiger bewertet ist als während der Hochphase 2025, aber auch nicht extrem unterbewertet. Der Score hat sich in einer Art Zwischenzone eingenistet und sendet damit leider keine klaren Entwarnsignale. Die Parallelen zu Mai 2022 sind nicht zu übersehen: Nach dem ersten großen Abverkauf war Bitcoin zunächst günstiger bewertet, bevor es zu weiteren Verlusten kam. Aktuelle Daten zeigen Stress im Markt, doch ein klares Signal für das Ende des Bärenmarktes ist noch nicht in Sicht.
In Anbetracht dieser Umstände ist es für Anleger ratsam, die Nerven zu behalten und Strategien wie Dollar-Cost Averaging in Betracht zu ziehen. Halten ohne Panik zu verkaufen, kann in diesen turbulenten Zeiten der Schlüssel zum Erfolg sein. Denn eines ist sicher: Die Geschichte hat gezeigt, dass Erholungen kommen – und sie können schneller erfolgen, als man denkt.
Wer mehr über die Orientierungspunkte im Zyklus der Bärenmärkte erfahren möchte, findet weitere Informationen auf decentralist.de.